10-Punkte-Plan

Folgender 10-Punkte-Plan wurde im Rahmen des 1. Umkircher BürgerForums erarbeitet und am 16. Juni 2025 vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen.

1. Engagement- und Beteiligungsstrategie verabschieden

Der Gemeinderat verabschiedet die Engagement- und Beteiligungsstrategie. Damit wird ein neues Fundament für die Förderung von Engagement und Beteiligung in Umkirch gelegt. Die Strategie versteht sich dabei als „agil“, also bei Bedarf an veränderte Gegebenheiten oder neue Anforderungen anpassbar.

Die Ergebnisse des Quartiersimpulse-Prozesses sowie aus dem BürgerForum wurden unter Berücksichtigung des verabschiedeten Gemeindeentwicklungskonzeptes in der Engagement- und Beteiligungsstrategie festgehalten.

Mit der Engagement- und Beteiligungsstrategie einigen sich Bürgerinnen und Bürger mit den Vertretern des Gemeinderats sowie der Verwaltung auf eine gemeinsame Vorgehensweise. Dies stärkt die Akzeptanz der Strategie sowie der sich darin formulierten Umsetzungsvorschläge.

einfach

keine

niedrig

2. Unterstützung des Aufbaus einer Koordinationsstelle durch kommunale Förderung

Eine Koordinationsstelle zur Unterstützung des Ehrenamts sowie zur Koordination der Nachbarschaftshilfe wird von der Kommune durch Personal- und Sachkostenbeteiligung bezuschusst. Diese Basisfinanzierung ist erforderlich, wenn Leistungen der ehrenamtlichen Nachbarschaftshelferinnen und -helfer über die Pflegekasse gefördert werden sollen. Die Koordinierungsstelle finanziert sich weiter über z. B. Mitgliedsbeiträge, Fördergelder und Gebühren für erbrachte Leistungen.

Eine kleine Arbeitsgruppe befasst sich aktuell ehrenamtlich damit, wie ein Konzept erstellt, die Finanzierung gesichert und die Koordinationsstelle umgesetzt werden kann.

In Umkirch leben aktuell etwas mehr als 1.000 Menschen über 70 Jahren. Mit steigendem Alter nimmt nicht nur das Risiko der Pflegebedürftigkeit zu, sondern es steigt auch der Hilfebedarf im alltäglichen Leben. Bereits heutzutage ist es schwer Alltagshilfen über die Pflegedienste zu bekommen, da sich dort der Personalmangel bereits deutlich zeigt. Mit Hilfe einer Koordinationsstelle für Ehrenamtliche kann eine niederschwellige Nachbarschaftshilfe aufgebaut werden. Aber auch die bestehenden Vereine profitieren von der Koordinationsstelle. Die Koordinationsstelle dient als Ansprechpartner für die Schulung von Ehrenamtlichen, Fördermittelakquise, Mitgliederakquise, Aufbau einer Internetplattform für ehrenamtliches Engagement. Dies kann der Umkircher Weg zur „Sorgenden Gemeinschaft“ sein.

  • zu Beginn ein Vollzeitstelle zum Aufbau der Koordinationsstelle und Alltagshilfe
  • Bedarfsanalyse
  • Anerkennung bei der Pflegekasse zu Abrechnung. Mitgliedergewinnung zur Kostendeckung
  • Bereitstellung von Räumen durch die Gemeinde
  • Aufbau einer Internetplattform zur Vernetzung von Ehrenamtlichen
  • hoch
  • Basisfinanzierung über Gemeinde, ergänzen über z. B. Postcode Lotterie (bis zu 250.000 € möglich bei 20 % Eigenanteil)
  • Beratungsstipendium über Start Social möglich

hoch

3. Leitbild zum Rollenverständnis entwickeln

Ein gemeinsames Leitbild mit klarem Rollenverständnis schafft Orientierung für Verwaltung, Politik, Bürgerschaft und Wirtschaft. Kooperation steht dabei im Mittelpunkt.

Leitbilder sind wichtig, da sie einer Gemeinde helfen, eine klare Identität zu entwickeln und zu kommunizieren. Sie dienen als Leitfaden für die interne und externe Ausrichtung und helfen, Werte und Ziele zu definieren, die das Handeln und die Entscheidungsprozesse beeinflussen.

Leitbilder definieren die Vision, Mission und Ziele einer Gemeinde und schaffen somit eine klare Ausrichtung für alle Beteiligten. Sie prägen die Gemeindeidentität und geben sowohl intern als auch extern eine klare Botschaft darüber, wofür die Gemeinde steht.

Ein Leitbild unterstützen die interne und externe Kommunikation und hilft dabei, eine einheitliche Botschaft zum Engagement zu vermitteln.

Ein Leitbild trägt dazu bei, die Marke zu stärken und die Gemeinde klar zum Thema Engagement und Ehrenamt zu positionieren. Es fördert eine gemeinsame Vision und Wertorientierung, was die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde verbessert. Ein Leitbild kann die Motivation und das Engagement der Mitwirkenden steigern, da es ihnen hilft, Sinn und Zweck ihrer Arbeit zu verstehen.

im Rahmen eines Workshops mit Vertretern der Zielgruppe

?

Förderungen sollten geprüft werden, z. B. „Gut beraten!“ der Allianz für Beteiligung

mittel

4. Etablierung von Patenschaftsmodellen

Einzelpersonen oder Gruppen übernehmen Verantwortung für eine konkrete Aufgabe (z. B. Spielplatz, Grünfläche). Dies stärkt die Eigenverantwortung und die Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

  • Spielplatz-Patenschaften
    Im Rahmen der Quartiersimpulse initiiertes Projekt
  • Generationenplätze
    Beim BürgerForum entstandene Arbeitsgruppe zur gemeinsamen Nutzung öffentlicher Räume
  • Grünflächen-Patenschaften
    Beim BürgerForum entstandene Arbeitsgruppe, die zwischenzeitlich mit „Umkirch blüht auf“ kooperiert

Im Rahmen von Patenschaften für öffentliche Gemeingüter wird die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger sowie deren Identifikation mit ihrem Wohnort gefördert.

Um Patenschaftsmodelle zu koordinieren und langfristig zu etablieren und Engagierte möglichst lang zu binden, braucht es feste Ansprechperson. Diese trägt maßgeblich dazu bei, dass sich Engagierte unterstützt, wertgeschätzt und gut informiert fühlen, was wiederum die Bindung und das langfristige Engagement fördert. Je nach Engagementbereitschaft und Zuverlässigkeit der Ehrenamtlichen ist eine hauptamtliche Unterstützung mehr oder weniger relevant.

je nach Struktur des personellen Aufwands

Sollte sich keine ehrenamtliche Ansprechperson finden, bietet eine hauptamtliche Koordinierungskraft die notwendige Stabilität, Professionalität und Ressourcen, um Patenschaftsmodelle langfristig erfolgreich zu etablieren und zu betreuen.

5. Stammtisch für Engagierte

Regelmäßiger Austausch fördert Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und neue Ideen – offen für Aktive und Interessierte.

  • Würdigungsessen
    Am 24. Mai waren die ausgelosten Zufallsbürgerinnen und -bürger, sowie die unterstützen­den Co-Moderatorinnen und -moderatoren zu einem Würdigungsessen im lockeren Rahmen eingeladen.
  • Bewegter Stammtisch
    Im Nachgang zum BürgerForum entstandene Gruppe, die sich mit ihrem Angebot „Umkirch erleben“ angeschlossen hat.

Ein monatliches oder quartalsweises Treffen im lockeren Rahmen eignet sich für erste Kontakte aber auch für die Bindung der bereits Engagierten. Das BürgerForum hat Menschen mit ähnlichen Ideen und Interessen zusammengebracht, die sich vorher noch nicht kannten. Der Stammtisch ist ein gute Möglichkeit, damit diese Menschen weiterhin in Kontakt bleiben.

Regelmäßige Treffen ermöglichen auch den Mitglieder verschiedener Vereinen eine niederschwelli­ge Möglichkeit sich mit Mitgliedern aus anderen Vereinen zu treffen und Vereinsthemen auszutau­schen.

einfach

gering bis keine

Einen ehrenamtlichen Mitstreiter gibt es bereits. Es braucht jedoch noch (eine) verantwortliche Per­son(en).

6. Gemeinsames Pilotprojekt Zusammenarbeit Bürgerschaft und Verwaltung

Der Aufbau der Koordinationsstelle/Alltagshilfe mit Erstellung eines Leitbildes für Bürgerliches En­gagement.

Der Aufbau der Koordinierungsstelle/Alltagshilfe als gemeinsames Pilotprojekt dient dazu den Wert der Koordinationsstelle/Alltagshilfe von und für die Gemeinde zu verdeutlichen. Das Leitbild bietet Struktur und definiert gemeinsame Werte.

  • Federführend durch hauptamtlich Engagierte der Koordinationsstelle und regelmäßigen Jour-Fix mit der Gemeinde.
  • Ausarbeitung eines Leitbildes
  • Gewinnung von Mitwirkenden für die Alltagshilfe

?

Hauptamtlich über Koordinationsstelle und Gemeinde sowie ehrenamtlich Engagierte

7. Generationsübergreifend Bedürfnisse im Engagement erheben/Engagement auf Zeit

Die Bedürfnisse der Engagierten werden erhoben. Insbesondere wird auf diejenigen geschaut, die sich derzeit nicht engagieren, um herauszufinden, was sie brauchen, um sich engagieren zu können oder wollen. Hierbei spielt es eine wichtige Rolle Engagement auf Zeit, also Engagement „zum Reinschnuppern“ anzubieten.

Aus unterschiedlichsten Gründen engagieren sich Menschen nicht. Um mehr Menschen zu Engage­ment zu bewegen, müssen die Gründe klar sein, damit möglichst passende Angebote zum Auspro­bieren gemacht werden können. Veränderung der Ehrenamtlichen Struktur (Altes und Neues Ehren­amt).

  • Generationenübergreifende Bedürfnisse im Engagement per Umfrage erheben
  • Schnupper-Angebote von Vereinen anbieten
  • Freiwilligenbörse

?

Hauptamtlich über Koordinationsstelle sowie ehrenamtlich Engagierte

8. Jährliche Würdigungsfeier für ehrenamtlich Engagierte

Eine jährliche Würdigungsfeier ist eine Möglichkeit zur Wertschätzung der Engagierten. Auch Ver­günstigungen in Freizeiteinrichtungen, Gutscheine oder kostenlose Weiterbildungen sind Optionen.

Würdigungsfeier für BürgerForums-Teilnehmende.

Ehrenamtlich und bürgerschaftlich Engagierte zu Würdigen ist ein wesentlicher Baustein in der Engagementförderung. Nur wer sich und sein Tun wertgeschätzt fühlt, bleibt mit Freude dabei. Eine Würdigungsfeier dient ebenfalls dazu das Engagement und die Wertschätzung sichtbar zu machen.

Die Umsetzung kommt auf die genaue Ausgestaltung der Würdigungsfeier an.

Je nach Umsetzung

Je nach Umsetzung

9. Etablierung einer digitalen Vernetzungs-App

Gerade jüngere Menschen – tatsächlich auch zunehmend die älteren Mitmenschen – nutzen digitale Vernetzungsplattformen. Entsprechend häufig war daher auch der Wunsch nach einer „Ehrenamts-App“ oder „Umkirch-App“ im Rahmen der Quartiersimpulse-Veranstaltungen.

Die UVG administriert derzeit das soziale Netzwerk „Vernetzt in Umkirch“. Als eine Art Intranet können sich hier Engagierte und andere Bürger*innen miteinander vernetzen. Das Netzwerk ist erreichbar über: https://vernetzt-in-umkirch.de. Registrierungen sind kostenlos möglich.

Durch Digitalisierung entstehen neue Formen von Engagement. Die Suche nach Ehrenamtlichen findet zunehmend im digitale Raum statt, weshalb es eine gemeinsame Plattform für Umkirch braucht. Auch um die Nachbarschaftshilfe einfach und niederschwellig zu ermöglichen, braucht es digitale Lösungen.

Eine konstante digitale Plattform ermöglicht Bürgerbefragungen als Teil der Bürgerbeteiligung zu etablieren und bietet eine einfache Möglichkeit Bedarfe der Gemeinde zu erfragen.

  • Idealerweise Kooperation mit Landratsamt zum Aufbau einer HumHub Plattform (vgl. PocketDorf im Landkreis Bad Kissingen)
  • Schulungen für Bürger*innen, Digital-Paten

Noch zu definieren, da von verschiedenen Faktoren abhängig. Förderungen möglich (z. B. 100XDIGITAL der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt)

Hauptamtlich über die Koordinationsstelle. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass eine solche Platt­form nicht zuverlässig rein ehrenamtlich betreut und administriert werden kann.

Anfangs hoher Aufwand bis die Plattform im Ort etabliert ist.

10. Jährliches BürgerForum zu einem wesentlichen Thema für Jung und Alt im Wechsel

Ein jährliches BürgerForum mit ausgelosten Zufallsbürger*innen fördert die Beteiligung der Bür­ger*innen. Im jährlichen Wechsel wird das Format auf Erwachsene sowie auf Kinder/Jugendliche ausgerichtet.

Der erste Umkircher BürgerForum wurde erforgreich umgesetzt.

Es war ein Wunsch aus BürgerForum, dass diese Möglichkeit des Zusammenkommens und Gehört­werdens künftig regelmäßig angeboten werden soll. Durch das Zufallsprinzip fühlen sich auch die Stillen und Politikverdrossenen eher angesprochen, sich einzubringen.
Beim ersten BürgerForum wurde bemängelt, dass zu wenige junge Menschen dabei waren. Um al­len Anforderungen gleichermaßen gerecht zu werden, sollten die Zielgruppen getrennt und im jähr­lichen Wechsel eingeladen werden.

  • Themenauswahl
  • Auslosung von Zufallsbürgern
  • Organisation von Moderation
  • Durchführung des Forums
  • Evaluation und Ergebnispräsentation

Hoch, Förderungen prüfen!

Personeller Aufwand (ehrenamtlich/hauptamtlich)

Die Umsetzung eines BürgerForums ist relativ aufwändig und nicht ehrenamtlich darstellbar, daher über die Gemeindeverwaltung oder die Koordinationsstelle zu realisieren.